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Fidschi ist ein Inselparadies im Südpazifik mit atemberaubenden Stränden, einer wunderschönen Unterwasserwelt und einer einzigartigen Kultur. Die meisten Menschen kennen Fidschis Landschaften aus Filmen wie Cast Away mit Tom Hanks oder Die blaue Lagune, die beide in den Buchten und auf verlassenen Inseln der Yasawas gedreht wurden. Das Archipel zählt über 300 Inseln, aber ihr müsst längst nicht alle von ihnen besuchen, um eine authentische Fidschi-Erfahrung zu machen! Tatsächlich werdet ihr, egal wohin ihr geht, überall mit einem warmen, freundlichen „Bula“ von den Einheimischen begrüßt werden und es nicht schwer haben, den fidschianischen Lebensstil kennenzulernen.

Ich habe in Fidschi ungefähr vier Monate lang als Teaching Assistant an einer Schule in Suva gearbeitet. Während dieser Zeit lebte ich bei einer wundervollen Gastfamilie, die mir sehr viel über fidschianische Werte, Standards und Essen beigebracht hat. Sogar die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel habe ich mit ihnen verbracht – eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung! An den Wochenenden bin ich normalerweise ein wenig umhergereist und habe das Land, viele verschiedene Strände und andere Inseln erkundet. Kurz vor Weihnachten, als die Kinder dort Sommerferien hatten, war ich außerdem auf einem Backpackingtrip durch Taveuni und Vanua Levu. Ich hatte eine unglaubliche Zeit in Fidschi, mit jeder Menge großartiger Erinnerungen. Ich könnte euch locker hundert verschiedene Orte dort empfehlen. Aber in diesem Artikel stelle ich auch aus all diesen Orten meine persönlichen Top 5 Reise-Highlights in Fidschi vor. Jede dieser Aktivitäten ist für mich ein absolutes Muss, solltet ihr euch mal in Fidschi befinden.

Fiji-Islands
Die Fidschi-Inseln bestehen aus über 300 verschiedenen Inseln.

1. Erholt euch auf Leleuvia Island

 Endlose, weiße Sandstrände, umgeben von Palmenwäldern, kristallklares, seichtes Wasser – danach suchen die meisten Reisenden in Fidschi. Da die Mehrheit aller Touristen in Nadi ankommt und von dort aus nicht unbedingt direkt weiterreisen möchte, verschlägt es sie auf ihrer Suche nach dem Paradies direkt auf die Mamanucas oder Yasawas. Trotzdem gibt es noch Orte, die diese Inseln toppen können.

Eine der traumhaft schönsten und perfektesten Inseln, auf der ich je in meinem Leben war, ist Leleuvia Island an der zentral-östlichen Küste von Viti Levu. Sie ist ein verborgenes Juwel von Insel mit goldenem Sand, blauem Wasser und Hängematten, die sanft im Wind zwischen Palmen schwingen. Nicht viele Menschen kommen auf diese kleine Insel, was sie zu einem perfekten Zufluchtsort außerhalb des Mainstream Tourismus macht.

Leleuvia
Auf Leleuvia Island gibt es nicht viel zu tun, außer in der Sonne zu entspannen, auf Palmen zu klettern und im klaren, blauen Wasser schwimmen zu gehen.

Das Leben auf Leleuvia ist langsam. Ihr könnt den ganzen Tag lang in der Sonne brutzeln, schwimmen, schnorcheln (das Riff vor dem Strand ist wunderschön!), im nahegelegenen Korallenriff tauchen, Kajak fahren, Stand-Up-paddeln oder Volleyball mit euren Freunden oder den Resort-Mitarbeitern spielen.

Die Einheimischen, die im Resort arbeiten, sind wirklich super nett und witzig, sehr aufgeschlossen und geben euch gerne jederzeit einen Einblick in ihre Kultur. Sie veranstalten regelmäßig Feste mit traditionellem fidschianischen Essen, um den Vollmond zu feiern. Abends laden sie dann auf eine Kava-Zeremonie ein.

Zusätzlich dazu ist Leleuvia ein toller Ort, um die Sterne zu beobachten. Vielleicht entdeckt ihr ja einige Sternbilder der südlichen Hemisphäre, wie beispielsweise das Southern Cross, das dort ähnlich bekannt und gut zu finden ist, wie bei uns der Polarstern.

Wie man hin kommt: Vom Suva Bus Terminal nehmt ihr einen Bus nach Nausori Town und von dort aus einen nach Bau Landing. In Bau Landing holt das Resort euch dann per Boot ab (das müsst ihr im Vorhinein telefonisch absprechen) und bringt euch zur Insel. Die Bootsfahrt dauert ca. 40 Minuten.

Leleuvia Island
Leleuvia Island ist ein Geheimtipp an der östlichen Küste Viti Levus und noch ziemlich unentdeckt vom Massentourismus.

2. Steht zwischen Gegenwart und Vergangenheit auf der Internationalen Datumsgrenze in Taveuni

Nicht viele Touristen finden ihren Weg auf Fidschis drittgrößte Insel Taveuni. Auch bekannt als die Garteninsel, ist sie vor allem bei Wanderern und Naturliebhabern aller Art beliebt. Regenwälder, abgelegene Wasserfälle und eine reiche Tier- und Pflanzenwelt zeichnen diese Insel aus.

Ein beliebtes Ziel beim Erkunden der Insel ist Taveunis Internationale Datumsgrenze. Hierbei handelt es sich um eine imaginäre Linie, die den Wechsel zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kalendertagen markiert. Es gibt auf der ganzen Welt nur drei Orte, an denen man tatsächlich auf dieser Linie stehen und praktisch vom Heute ins Gestern hüpfen kann – einer davon ist Taveuni.

Wie man hin kommt: Von Viti Levu aus könnt ihr per Flugzeug oder Fähre nach Taveuni gelangen. Seid ihr erst einmal in Waiyevo angekommen, nehmt die Straße bergauf (in Richtung Krankenhaus) und überquert das Feld zu eurer Rechten: ihr werden eine große, in zwei Hälften geteilte Karte von Taveuni finden. Falls ihr es nicht allein findet, fragt euch ruhig bei den Einheimischen in der Gegend durch.

International Datumsgrenze Taveuni
Steht zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart auf der Internationalen Datumsgrenze in Taveuni.

3. Taucht im Rainbow Reef nahe Vanua Levu

Fidschi ist bekannt für seine wunderschönen, von Palmen gesäumten Inseln, aber einige seiner faszinierendsten Schätze finden sich in den warmen, klaren Wassern vor der Küste. Mit sich schier endlos erstreckenden, bunten Riffen und über 1200 verschiedenen Arten von Rifffischen bietet Fidschi diverse herausragende Tauchgelegenheiten sowohl für Anfänger als auch professionelle Taucher.

Eines von Fidschis berühmtesten Tauch-Mekkas ist das Rainbow Reef zwischen Taveuni und Vanua Levu. Mehr als 20 Tauchplätze laden mit Gärten aus Korallen, tiefen Canyons und Korallenmauern zum Erkunden der Riffe ein. Jede Menge Rifffische und auch große Tiere wie Schildkröten, Mantarochen und Haie machen das Tauchen dort zu einem wahren Highlight. Ich bin bereits in vielen verschiedenen Regionen der Welt getaucht und muss sagen, dass ich das Tauchen in Fidschi mindestens genau so gut, wenn nicht besser finde als Tauchen in Asien.

Wie man hin kommt: Zum Rainbow Reef gelangt man sowohl von Taveuni als auch von Vanua Levu aus. Es gibt allerdings auch ein paar Tauch-Center in den Buchten zwischen den beiden Großinseln. Sie sind zwar ein wenig teurer, da sie ihr Essen und Trinken immer von den Hauptinseln importieren müssen, aber definitiv einen Besuch wert (z.B. das von Schweizern betriebene Dolphin Bay Divers Retreat).

Rainbow Reef Fidschi
Fidschis Rainbow Reef gilt als ein Weltklasse-Tauchplatz sowohl für Anfänger als auch Profitaucher.

4. Lernt die kulturellen Traditionen in einem fidschianischen Dorf kennen

 Während die fidschianische Wirtschaft es über das letzte Jahrzehnt bereits weit gebracht hat, ist das Leben der Einheimischen in seiner Realität nicht so sonnig wie der schöne Himmel über den Inseln. Man muss bedenken, dass Fidschi immer noch ein Dritteweltsland ist, in dem 30% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Doch trotz der Armut des Landes sind seine Einwohner bekannt für ihre Freude und Gastfreundschaft. Sobald ihr die Fidschi-Inseln betretet, werdet ihr mit einem freundlichen, warmen „Bula“ begrüßt. Es wird euch leicht fallen, mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen, wenn ihr es möchtet.

Falls ihr Fidschi in etwas differenzierteren Tönen kennenlernen und erleben wollt, solltet ihr mindestens ein Dorf außerhalb der Städte wie Suva oder Nadi besuchen. Traditionelles fidschianisches Leben dreht sich um Kirche, Familie, Essen und natürlich Kava-Zeremonien, also stellt sicher, dass ihr angemessen gekleidet seid und euch ebenso benehmt, wenn ihr ein traditionelles fidschianisches Dorf besucht.

Kava Zeremonie
Eine Kava-Zeremonie ist vermutlich die authentischste Erfahrung, die ihr in Fidschi machen könnt.

Die Einheimischen werden sich freuen, ihre Kultur mit euch zu teilen: sie werden euch ein Willkommenslied singen, euch im Dorf herumführen und euch einladen, mit ihnen zu essen (wahrscheinlich das Nationalgericht „Lovo“) und abends zusammen Kava zu trinken. Trotz des erdigen Geschmacks trinkt so ziemlich jeder Kava und es gilt als unhöflich, eine Einladung dazu abzulehnen. Kava wird aus dem Wurzelstock des Rauschpfeffers gewonnen und wegen seiner sedativen Wirkung getrunken. Es macht beim Trinken die Lippen und den Mund leicht taub, ist aber eine echte kulturelle Erfahrung und definitiv wert, es mal zu probieren.

Wenn ihr in ein Dorf fahrt, bereitet euch auch darauf vor, Zeit mit den einheimischen Kindern zu verbringen. Manche von ihnen haben noch nie zuvor Ausländer (vor allem keine Europäer oder Amerikaner) gesehen und werden deshalb höchstwahrscheinlich sehr fasziniert von eurer Haut- und Haarfarbe sein. Außerdem sind sie enorm wissbegierig bezüglich allem, was euch betrifft, und freuen sich, wenn ihr ihnen ein paar Sätze in eurer Muttersprache beibringt.

Local Village
Einheimische Kinder werden es lieben, mit euch Zeit zu verbringen, wenn ihr ihr Dorf besucht.

5. Beobachtet Delfine in Takalana Bay

Etwa 30 km nördlich von Korovou liegt Takalana Bay, eine Bucht, in der Spinnerdelfine beheimatet sind. Das wunderschöne Takalana Bay Resort ist Ausgangspunkt für Ausflüge ins Moon Reef, auf denen ihr diese faszinierenden Tiere beobachten könnt. Sie sind jeden Tag etwa um dieselbe Zeit in dieser Gegend zu sehen, weshalb so ein Ausflug sich das ganze Jahr über als eine außergewöhnliche Erfahrung für Reisende anbietet.

Dolphin Watch Fiji ist ein Unternehmen in einheimischer Hand, das die einzigartige Gelegenheit schafft, Zeit mit den Delfinen zu verbringen – nur 15 Minuten Bootsfahrt von Takalana Bay entfernt. Sobald ihr am richtigen Ort im Moon Reef ankommt, erscheinen die verspielten Delfine wie auf magische Weise an der Wasseroberfläche und tauchen aus den Tiefen auf. Nachdem ihr sie ausgiebig beobachten konntet, fahrt ihr mit dem Boot zu einer abgelegeneren Stelle weiter, in der ihr wunderbar schnorcheln könnt mit jeder Menge Korallen und bunten Rifffischen. Die täglichen Bootsausflüge beinhalten die Fahrt zum Moon Reef, um die Spinnerdelfine zu sehen, gefolgt vom Schnorcheln am nahegelegenen Korallenriff. Schnorchelausrüstung, Mittagessen und Erfrischungsgetränke sind normalerweise auch inbegriffen.

Was ich an meinem Ausflug zur Takalana Bay am meisten mochte, war, dass mein gesamter Aufenthalt super authentisch war. Das Resort selbst ist ziemlich abgelegen und wird von einer einheimischen Familie mit Hilfe der dortigen Gemeinde betrieben. Sowohl das Essen im Resort als auch das auf dem Trip ist sehr frisch zubereitet, lecker und reichlich vorhanden und besteht aus genau den Gerichten, die die Einheimischen auch zuhause kochen würden. Zusätzlich zur Delfin-Tour könnt ihr in dieser Region durch den Regenwald und zu Wasserfällen wandern und im Meer Kajak fahren.

Ich möchte an dieser Stelle noch mal betonen, dass sowohl das Resort als auch das Unternehmen, das die Delfin-Tour anbietet, sehr umweltfreundlich arbeiten. Im Gegensatz zu vielen anderen Einheimischen sind die Bewohner der Takalana Bay sehr auf den Erhalt und Schutz ihres Naturreichtums bedacht. So lassen sie euch beispielsweise nicht mit den Delfinen schwimmen.

Wie man hin kommt: Nehmt von Suva aus einen Bus nach Raki-Raki und steigt in Korovou aus. Von dort aus könnt ihr euch entweder vom Resort abholen lassen oder ein Taxi nehmen.

Delfine in Takalana Bay
Das Takalana Bay Resort bietet eine umweltfreundliche Möglichkeit, die Spinnerdelfine im wunderschönen Moon Reef zu sehen.

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