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5 Ultimative Reise-Highlights Im Libanon

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September 13, 2018

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Byblos Old Town

Es gibt so viele Orte im Libanon, die man einfach mal gesehen haben muss – z.B. die wunderschöne Hafenstadt Jbeil.

Der Libanon liegt an der östlichen Küste des Mittelmeers, im Nahen Osten, und ist ein Land starker Kontraste: wunderschöne mediterrane Strände und hohe Gebirgszüge, Christentum und Islam, antike Kulturschätze und moderne Lifestyles. Vor allem aber die Einheimischen machen dieses Land mit ihrer herzlichen Gastfreundschaft, freigiebigen Essenskultur und nicht zuletzt der Liebe und dem Respekt gegenüber ihrem Land zu etwas wirklich Besonderem. Es gibt in der Tat viele Gründe, sich in den Libanon zu verlieben. Gebt dem Gedanken an eine Reise in dieses versteckte Juwel des Nahen Ostens eine Chance und entdeckt selbst die zauberhaften Bergdörfer, idyllischen Hafenstädte, faszinierenden historischen Sehenswürdigkeiten und die bunte, lebendige Hauptstadt Beirut, die der Libanon für euch bereithält.

Dank der Einladung libanesischer Freunde, hatte ich im Mai und Juni 2018 die Gelegenheit, ihr Land ein wenig zu erkunden. Da der Libanon tatsächlich ein relativ kleines Land ist, kann man die meisten Touristenattraktionen aus zentraler Lage in mehreren Tagestrips besuchen. So habe ich ziemlich viele verschiedene Regionen sehen können.

In diesem Artikel teile ich aus all diesen unglaublichen Orten meine persönlichen Top 5 Reise-Highlights im Libanon mit euch. Ich hoffe, dass ich damit eure eigene orientalische Reise ein wenig inspirieren kann.

Allgemeine Infos

Wo unterkommen?

Mein Vorschlag ist definitiv Libanons Hauptstadt Beirut, von wo aus ihr Tagestrips zu allen wichtigen Touristenattraktionen des Landes organisieren könnt. Während meiner Reise bin ich im Grand Meshmosh Hotel untergekommen, das ich sowohl in Bezug auf Lage (im Herzen Gemmayzehs/Achrafiehs) als auch auf Preis-Leistung super fand, besonders wenn ihr in einem Dorm schlafen wollt. Es ist nicht nur ein Hostel, sondern auch ein Budget Hotel, das aber mit typischen Vorzügen eines Hostels aufwarten kann, wie z.B. kostenlose, geführte Touren durch die Stadt für Einzelpersonen und Gruppen.

Ist es sicher?

Trotz der Reisewarnungen des Auswärtigen Amts (wie auch von denen anderer Länder) empfinde ich persönlich den Libanon als ein sehr sicheres Land zum Reisen, sogar als Frau. Viele Menschen haben beim Gedanken an den Libanon immer noch Bilder des Bürgerkriegs im Hinterkopf, der das Land von 1975 bis 1990 erschütterte. Allerdings herrscht seitdem Frieden. Die Gewalt, die heute noch dort vor sich geht, ist letztendlich genau so zufällig wie in anderen Ländern auch – denkt z.B. an Terroranschläge in Deutschland, Entführungen auf den Philippinen oder Missbrauch von Schusswaffen in den USA. Der Libanon wird nicht, wie viele glauben, vom islamischen Extremismus beherrscht. Tatsächlich gibt es in diesem Land insgesamt 18 anerkannte Religionen und eine dementsprechend offene und sehr respektvolle Kultur.

Mosque Beirut

Trotz vieler konservativer religiöser Gruppen innerhalb des Landes, ist der Libanon eine generell aufgeschlossene Nation.

1. Beirut

Libanons Hauptstadt ist ein kosmopolitisches Reiseziel mit einer vielseitigen Kultur und einer faszinierenden Balance von Historie und Moderne. Beirut ist sowohl Heimat für Christen als auch für Muslime, die ihren jeweiligen Glauben Seite an Seite praktizieren. Völlige Harmonie herrscht natürlich nicht zwischen ihnen, aber eine brüderliche Reibung, die in der Einigkeit wurzelt, die aus den Trümmern des Bürgerkrieges entstanden ist.

In Beirut werdet ihr die größte Moschee gleich neben einer christlichen Kathedrale finden. Abgesehen davon spiegelt sich die reiche Geschichte dieses Landes verteilt über das gesamte Stadtzentrum wider: wunderschöne traditionelle Häuser reihen sich im lebendigen Stadtteil Gemmayzeh aneinander, es gibt historische römische Ruinen inmitten moderner Wolkenkratzer zu entdecken und die Einheimischen sprechen eine ganze Reihe verschiedener Sprachen – Französisch, Arabisch, Englisch und manchmal auch Armenisch. Ganz im Kontrast dazu wartet das moderne Beirut mit extravaganten Bars, aufregendem Nachtleben und einer unglaublichen Kunst- und Fashion-Szene auf, die ihm den wohlverdienten Namen „Paris des Nahen Ostens“ eingebracht hat. Die kulturelle Vielseitigkeit dieser Stadt zeigt sich außerdem in der köstlichen einheimischen Landesküche, die in Beiruts exquisiten Restaurants aufgetischt wird.

Wie man hin kommt: Beiruts Stadtteil Achrafieh in der Innenstadt kann man am besten zu Fuß erkunden. Ihr könnt praktisch einfach entlang der „Corniche“ (der Küstenpromenade) von einer Seite der Stadt zur anderen laufen. Ansonsten nehmt einfach ein Taxi oder ein Uber (funktioniert sehr gut im Libanon), um weitere Entfernungen innerhalb der Stadt zurückzulegen.

Beirut-Downtown

Beirut ist eine Stadt starker Kontraste. Ihre größte Moschee befindet sich genau neben einer christlichen Kathedrale.

2. Das Qadisha-Tal (auch Wadi Quadisha)

Wenn ihr bereits einige Küstenregionen und -städte des Libanons gesehen habt, wird euch der Norden mit seinen szenischen Gebirgszügen von über 2000 Metern Höhe wie ein komplett anderes Land vorkommen. Die Region ist berühmt für ihr historisches Erbe, die tausendjährigen Zedern sowie exzellente Wander- und Skifahrgelegenheiten.

Hier findet ihr außerdem das Quadisha-Tal, auch Das Heilige Tal genannt, da es unzählige isolierte Klöster und Kirchen beheimatet, die in seine Steilklippen gehauen sind – manche von ihnen sind gut erhalten, andere nicht (mehr) erreichbar und verlassen. Ihr könnt diese antiken Klöster am besten auf einer geführten Wanderung erkunden. Falls ihr die Chance dazu habt, kann ich euch den Besuch des wunderschönen Wadi Quadisha mit seiner umwerfenden Landschaft, angenehmen Atmosphäre (auch bezogen auf sein Klima: 1500 m über dem Meeresspiegel) und den verschiedenen Steinklöstern nur wärmstens ans Herz legen.

>> Siehe auch: 7 Ways To Explore Qadisha Valley

Wie man hin kommt: Zum Quadisha-Tal fahren öffentliche Busse, allerdings kann die Fahrt mit ihnen eine ganze Weile dauern, je nach Verkehr und Busroute. Die beste und effizienteste Art, das Heilige Tal zu erkunden, ist eine organisierte Tour. Nakhal organisiert jede Woche Tagestrips in die Berge. Wenn ihr als Gruppe unterwegs seid, könnte es sich auch lohnen, eine private Tour mit einem Führer und einem Fahrer zu buchen.

Qadisha Valley

Das Quadisha-Tal im Norden des Libanon ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern auch eine tolle Region für alle möglichen Arten von Aktivitäten in der Natur.

3. Die Zedern Gottes

Die libanesischen Zedern sind einige der majestätischsten Bäume der Welt und bedeckten einst die gesamten Züge des Libanongebirges. Jahrhundertelang wurde der Zedernbestand von verschiedensten Nationen ausgebeutet. Ihr Öl und Holz wurde bereits von den Ägyptern, Phöniziern, Persern, Römern und vielen weiteren Völkern genutzt und verkauft, noch bis hin zu den Briten während des ersten Weltkriegs. Aufgrund der Majestät und Resilienz der Zedern erzählt man sich, dass Gott sie höchstpersönlich vor tausenden von Jahren gepflanzt hat.

Heute ist der einstige, reiche Bestand dieser Bäume auf gerade einmal etwas über 300 verbleibende Exemplare geschrumpft. Ihr könnt einige von ihnen im Wald Horsh Arz el-Rab (dem Wald der Zedern des Herrn), eines Schutzgebiets nahe des Wadi Quadisha, bewundern. Die Einheimischen sind sehr stolz auf ihre Zedern und schätzen sie sehr, was auch der Grund dafür ist, dass die Zeder das offizielle Symbol des Libanons wurde.

Wie man hin kommt: Horsh Arz el-Rab liegt am Berg Makmel, nahe des Quadisha-Tals, ca. 8 km von der Bergstadt Bischarri entfernt. Am besten kommt man per Auto dorthin oder auf einer geführten Tour.

Cedar Trees

Die Libanesen glauben, dass Gott die tausendjährigen Zedernbäume einst höchstpersönlich gepflanzt hat.

4. Jbeil

Die idyllische Hafenstadt Jbeil, auch Byblos genannt, ist eine der ältesten Städte des Nahen und Mittleren Ostens und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt ist ein beeindruckendes historisches Erbe (es wird angenommen, dass sie seit 5000 v. Chr. kontinuierlich bewohnt wurde!) mit unglaublich gut erhaltenen Wällen, die bis in die Zeit der Phönizier zurückdatiert sind, als Jbeil ein Haupthandelszentrum der damaligen mittelöstlichen Region war, mit einem der wichtigsten Handelshäfen.

Man kann locker einen ganzen Tag damit verbringen, den Komplex der Kreuzritterburg direkt an der Küste zu erkunden und durch die schmalen Gassen des alten Souk in der wunderschönen Altstadt zu schlendern. Diese charmante mediterrane Stadt hat eine ganze Reihe idyllischer Cafés und Restaurants zu bieten, in denen man sowohl Drinks als auch authentische libanesische Gerichte genießen kann, während man auf‘s Meer blickt.

TopTipp: Wenn ihr mit dem Auto in Jbeil seid, fahrt auf der Küstenstraße ungefähr 3 km weiter Richtung Norden. Folgt den Schildern zu Camping „Les Colombes“. Vor dem Campinggelände kommt ihr an Mhanna Sur Mer vorbei, einem absolut unglaublichen Fisch- und Meeresfrüchterestaurant direkt am Meer.

Wie man hin kommt:  Jbeil befindet sich ca. 40 km nördlich von Beirut. Öffentliche Busse, Fahrservices und Reiseveranstalter fahren täglich dorthin.

Byblos Ruins

Jbeil ist eine der ältesten Städte des Nahen und Mittleren Ostens.

5. Die Tempel von Baalbek

Die Ruinen der Tempelanlagen in Baalbek sind die wohl attraktivste Sehenswürdigkeit des Libanons und waren für mich ein absolutes Muss bei der Erkundung des Landes. Der massive und faszinierende Tempelkomplex liegt in der fruchtbaren Bekaa-Ebene im östlichen Libanon. Seine Ursprünge gehen zurück bis ins 8. Jahrtausend v. Chr., mit wechselnden Herrschaften über die Jahrtausende hinweg: von den Phöniziern über die Ptolemäer, gefolgt von den Römern. Baalbek war Kolonie vieler Reiche, die alle ihre Spuren hinterließen.

Heute ist die umgebende Stadt wie auch der Tempelkomplex eine Hochburg der Hezbollah. Durch Baalbeks Lage nahe der syrischen Grenze und der Beteiligung der Hezbollah im Syrienkonflikt raten viele staatliche Reisegremien vom Besuch Baalbeks ab. Trotz allem kann ich nur empfehlen, sich bei Einheimischen nach der aktuellen Lage zu erkundigen. Sie können die Situation vor Ort wesentlich synchroner zu den dortigen Entwicklungen einschätzen und euch ggf. einen sicheren Trip oder eine Fahrt in die Bekaa-Ebene organisieren bzw. bei der Organisation helfen. Die Reiseführer vor Ort sind überglücklich, euch als Gäste begrüßen zu dürfen und sprechen verschiedenste Sprachen, oft auch Deutsch.

TopTipp: Nach Baalbek zu fahren ist außerdem eine perfekte Gelegenheit, die Bekaa-Ebene ein wenig zu erkunden. Macht dabei auf jeden Fall auf einem der regionalen Weingüter Halt und erfahrt mehr über die jahrhundertelange Geschichte des Weinanbaus im Libanon, während ihr euch einige der fruchtigen Weine dieser Region schmecken lasst.

Wie man hin kommt: Baalbek liegt ca. 90 km von Beirut entfernt. Da für Baalbek aktuell Reisewarnungen vorliegen, empfehle ich, dort ausschließlich mit Einheimischen hinzufahren. Entweder ihr bucht eine organisierte Tour mit einem Reiseveranstalter oder ihr bucht einen privaten Führer und Fahrer, der die Gegend gut kennt und die Situation vor Ort einschätzen kann.

Baalbek Temple

Die Tempelruinen von Baalbek liegen in der Bekaa-Ebene und sind eine der attraktivsten Sehenswürdigkeiten des Libanon.

Ihr braucht noch mehr Inspiration für Aktivitäten im Libanon? Dann werft doch auch einen Blick auf einige meiner englischen Artikeln, wie beispielsweise diese fantastischen Tagestrips, die bequem von Beirut aus machbar sind. Vergesst außerdem nicht, einige der schönsten Landschaften des Libanon im Quadisha-Tal zu entdecken.

Plant ihr auch noch, andere Länder des Nahen und Mittleren Ostens zu bereisen? Erfahrt in meinem Dubai Budget Travel Guide, wie ihr 4 unvergessliche Tage in den Vereinigten Arabischen Emiraten verbringen könnt.

Schaut euch doch auch mal meine anderen Reiseführer mit Reise-Highlights für Länder verschiedenster Kontinente an.

 

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